Windows 10: Nach dem Update ist vor dem Downgrade

Wichtige Tipps für alle, die mit Windows 10 nicht zufrieden sind.

Ich hatte das Update eingespielt, denn ich wurde neugierig, weil man unter Windows 10 künftig wohl ohne Konvertierung Linux-Programme starten können soll (Link: heise.de). Das wäre ein echtes Alleinstellungsmerkmal gegenüber den älteren Windowsversionen.

Leider wurde aber meine Internetverbindung unter Win 10 instabil. Die Ethernetverbindug wurde immer wieder unterbrochen, weil Windows das Standard-Gateway mitten im Betrieb einfach vergaß – wie immer das geschehen kann. Die Folge: Kein Internet. Des Weiteren wurden römische Ziffern im Firefox-Browser nicht mehr als solche (Serifen oben und unten) dargestellt. Der neue Edge-Browser hat sie normal dargestellt. Ich möchte aber den Firefox benutzen. Egal, ob an das Fontproblem des Firefox hätte irgend wie lösen können, eine instabile Internetverbindung ist ein No Go!

Wichtig! Das vereinfachte Downgrade ist nur 30 Tage nach dem Windows 10-Update aufrufbar! Nach dieser Frist ist die Windows-Lizens an Windows 10 gebunden. Das Downgrade innerhalb dieser 30 Tage-Frist ist nur ein Mausklick weit entfernt. Dazu, wie das geht, gibt es massenweise Anleitungen im Web (Link: yahoo.de).

Nach dem Downgrade wird man aber wieder mit zunehmender Penetranz zum Update auf Windows 10 aufgefordert. Das liegt an dem Programm „Get Windows 10“ (GWX.exe), welches Microsoft unverdächtig mit der Bezeichnung „Update KB3035583“ verschleiert (Link: microsoft.de). Dies muss deinstalliert werden und bei künftigen Updates muss man es vermeiden, das Update KB3035583 wieder zu installieren. Anleitungen zum Entfernen von „Get Windows 10“ gibt es wie immer im Web (Link: metager.de).

Zwei Gründe das Windows 10-Update zu überdenken

Windows 10 Update

Als Microsoft ankündigte, allen Nutzern von Windows 8/8.1 und Windows 7 kostenlos ein Update auf Windows 10 zum Download anzubieten, machte mich das nachdenklich. Aus zwei sich nun als stichhaltig erweisenden  Gründen, welche ich nun erläutere.

1. Eine Kostenlos-Politik ist einerseits vollkommen untypisch für Microsoft. Warum verschenkt Microsoft neuerdings Geld?

2. Welche Serverfarm soll es aushalten, dass am Stichtag 29. Juli 2015 Millionen von Windows-Nutzern Windows 10 herunter laden?

Warum kostenlos?

Am 3.8.2015 meldet ZDNet: „Marktanteil von Windows 10 vervierfacht sich in 3 Tagen”. Quelle: ZDNet.

Nur einen Tag später meldet ZDNet, dass Windows 10 sehr tief in die Privatsphäre seiner Nutzer eingriffe. Es werden nicht nur Daten von Apps übertragen, sondern auch auf Inhalte privater Ordner und E-Mails zugegriffen!

Die schnelle Verbreitung von Windows 10 bringt Microsoft umfangreche Zugriffsmöglichkeiten ungeahnten Ausmaßes. Microsofts Schnüffelei lässt sich per Konfiguration nur teilweise abschalten, wobei man sich fragen muss, ob man Microsoft glauben darf, wenn man etwas per Konfiguration abschaltet. – Ich traue Microsoft nur noch Schweinereien zu, Vertrauen ist etwas anderes.

Wie können Microsofts Server die Download-Last aushalten?

Gar nicht! Wer ein Update runter läd, bietet seinen eigenen Rechner ungefragt automatisch in einem p2p-Netz an. Das heißt, Nutzer, die ein Update installieren wollen, laden es in einem p2p-Netz von den Rechnern anderer Windows-Nutzer ohne deren Wissen herunter! Darüber berichtete Die Welt.

Diese Praxis ist aus zwei Gründen bedenklich:

1. Es ist unfair gegenüber dem Nutzer, dies ungefragt (oder verschanzt hinter 45 Seiten Nutzungsbedingungen) einfach so frei zu geben. Auf Nutzer mit Volumentarifen (nicht jeder hat eine Flatrate) können höhere Kosten zu kommen oder gedrosselter Downstream nach Erreichen eines gewissen Kontingents.

2. Es birgt ein Risiko, auf diese Weise bereits infizierte oder manipulierte Dateien sehr breit zu verteilen!

Fazit?

Ich persönlich lasse vom Update erst mal die Finger. Da ich einige Programme habe, die es leider nicht für Linux gibt, glaubte ich bislang, ich sei auf Windows angewiesen. Aber die von mir benötigten Programme gibt es allesamt auch für Mac OS X! Vielleicht sollte ich auf Mac umsteigen; auch um den Preis für einen Haufen Geld neue Hardware anschaffen zu müssen. Da muss ich mich aber noch schlau machen, wie es datenschutzmäßig aussieht.

Falls ich Windows weiter nutzen möchte, muss ich mich einschränken. Eventuell kann ich Windows nur noch ohne LAN-Anbindung nutzen, aber das wäre ein enormer Komforteinschnitt. Aber vielleicht gibt es mittelfristig Lösungen von Drittanbietern (Open source oder Firewall), welche Microsofts Neugier wirkungsvoll beschneidet. Für Web, Mail, FTP und Softwareentwicklung reicht Linux, bzw. ist eventuell sogar die bessere Lösung.

Ich warte erst mal ab, ob aus der Community tragbare Lösungen kommen. Das Windows 10-Update wird erst mal auf Eis geschoben. Da kommen bestimmt noch mehr Offenbahrungen. Ich muss sagen, die ersten beiden reichen mir schon!

Microsoft mit seinem Windows 10-Update ist in meinen Augen ein aussichtsreicher Kandidat für den Big Brother Award 2016.

Nachträge: