Vorsicht vor sourceforge.net!

Seit 2015 füg der Hoster von Open source-Software sourceforge.net dort gehosteten Programmen ohne die Zustimmung derer Entwickler Schadsoftware hinzu (Wikipedia im Januar 2026). Betroffen ist davon auch die offene Desktop Publishing-Software Scribus.

Ich habe Scribus im Januar installiert und ausprobiert. Da ich mich für das Programm nicht erwärmen konnte, wollte ich es wieder deinstallieren. Doch bei jedem Versuch, das Programm zu deinstallieren, meldete sich mein Virenscanner (Norton) und warnte vor bösartiger Schadsoftware: au_.exe und löschte diese sicherheitshalber. Nun stand ich vor dem Problem, das Programm nicht automatisiert los werden zu können. Um händische Eingriffe ins Betriebssystem Windows zu vermeiden, besorgte ich mir eine externe Uninstall-Softwar, nämlich den IObit Uninstaller. Empfohlen von der renommierten Computerzeitschrift Chip, nahm ich an, ein geeignetes Werkzeug gefunden zu haben. Dieses Vertrauen wurde nicht enttäuscht. Ein einziger Eintrag blieb jedoch in der Registry von Windows zurück, den ich von Hand löschte; hierzu betätigt man die Windows-Taste zusammen mit der Taste “r” und gibt in das sich öffnende Feld ein: regedit. Dann sucht man nach dem Stichwort “scribus” und löscht den entsprechenden Eintrag.

Beim Start des Uninstallers sollte man aber auf den unteren Rand des Programms achten und die Mitinstallation weiterer Software unterbinden, in dem man ein das offenbar bewusst unscheinbar gehaltene Aktivierungskästen deaktiviert. Diese wird gleich unten fest in die Taskleiste gelegt, wenn man – wie ich! – nicht aufpasst. Dieses Programm kann man aber ganz normal wieder deinstallieren.

Was lernen wir daraus? Finger weg von Software, die bei sourceforge.net gehostet wird!

Zwei Gründe das Windows 10-Update zu überdenken

Windows 10 Update

Als Microsoft ankündigte, allen Nutzern von Windows 8/8.1 und Windows 7 kostenlos ein Update auf Windows 10 zum Download anzubieten, machte mich das nachdenklich. Aus zwei sich nun als stichhaltig erweisenden  Gründen, welche ich nun erläutere.

1. Eine Kostenlos-Politik ist einerseits vollkommen untypisch für Microsoft. Warum verschenkt Microsoft neuerdings Geld?

2. Welche Serverfarm soll es aushalten, dass am Stichtag 29. Juli 2015 Millionen von Windows-Nutzern Windows 10 herunter laden?

Warum kostenlos?

Am 3.8.2015 meldet ZDNet: „Marktanteil von Windows 10 vervierfacht sich in 3 Tagen”. Quelle: ZDNet.

Nur einen Tag später meldet ZDNet, dass Windows 10 sehr tief in die Privatsphäre seiner Nutzer eingriffe. Es werden nicht nur Daten von Apps übertragen, sondern auch auf Inhalte privater Ordner und E-Mails zugegriffen!

Die schnelle Verbreitung von Windows 10 bringt Microsoft umfangreche Zugriffsmöglichkeiten ungeahnten Ausmaßes. Microsofts Schnüffelei lässt sich per Konfiguration nur teilweise abschalten, wobei man sich fragen muss, ob man Microsoft glauben darf, wenn man etwas per Konfiguration abschaltet. – Ich traue Microsoft nur noch Schweinereien zu, Vertrauen ist etwas anderes.

Wie können Microsofts Server die Download-Last aushalten?

Gar nicht! Wer ein Update runter läd, bietet seinen eigenen Rechner ungefragt automatisch in einem p2p-Netz an. Das heißt, Nutzer, die ein Update installieren wollen, laden es in einem p2p-Netz von den Rechnern anderer Windows-Nutzer ohne deren Wissen herunter! Darüber berichtete Die Welt.

Diese Praxis ist aus zwei Gründen bedenklich:

1. Es ist unfair gegenüber dem Nutzer, dies ungefragt (oder verschanzt hinter 45 Seiten Nutzungsbedingungen) einfach so frei zu geben. Auf Nutzer mit Volumentarifen (nicht jeder hat eine Flatrate) können höhere Kosten zu kommen oder gedrosselter Downstream nach Erreichen eines gewissen Kontingents.

2. Es birgt ein Risiko, auf diese Weise bereits infizierte oder manipulierte Dateien sehr breit zu verteilen!

Fazit?

Ich persönlich lasse vom Update erst mal die Finger. Da ich einige Programme habe, die es leider nicht für Linux gibt, glaubte ich bislang, ich sei auf Windows angewiesen. Aber die von mir benötigten Programme gibt es allesamt auch für Mac OS X! Vielleicht sollte ich auf Mac umsteigen; auch um den Preis für einen Haufen Geld neue Hardware anschaffen zu müssen. Da muss ich mich aber noch schlau machen, wie es datenschutzmäßig aussieht.

Falls ich Windows weiter nutzen möchte, muss ich mich einschränken. Eventuell kann ich Windows nur noch ohne LAN-Anbindung nutzen, aber das wäre ein enormer Komforteinschnitt. Aber vielleicht gibt es mittelfristig Lösungen von Drittanbietern (Open source oder Firewall), welche Microsofts Neugier wirkungsvoll beschneidet. Für Web, Mail, FTP und Softwareentwicklung reicht Linux, bzw. ist eventuell sogar die bessere Lösung.

Ich warte erst mal ab, ob aus der Community tragbare Lösungen kommen. Das Windows 10-Update wird erst mal auf Eis geschoben. Da kommen bestimmt noch mehr Offenbahrungen. Ich muss sagen, die ersten beiden reichen mir schon!

Microsoft mit seinem Windows 10-Update ist in meinen Augen ein aussichtsreicher Kandidat für den Big Brother Award 2016.

Nachträge: