Fallstudie: Bewohnerparkrecht an der Falkenwiese

Es ist bekannt, dass das Quartier Falkenstraße (Falkenwiese) regelmäßig legal von Dritten genutzt wird (z. B. solchen, die in der Altstadt arbeiten). Wahrscheinlich um die Gebühren für die Parkplatzbenutzung an der Kanalstraße zu sparen. Wie ausgeprägt dieses Phänomen ist, entzieht sich meiner Recherche. Gehen wir mal davon aus, das sei ein signifikantes Ausmaß. Wie könnte man ein Bewohnerparkrecht umsetzen, ohne die funktionellen Aufgaben des Gebietes zu beeinträchtigen?

Welche funktionellen Aufgaben hat das Gebiet?

  1. Wohnquartier
  2. Naherholungsgebiet (Wakenitzufer, Schulgarten, Zugang zum Wanderweg)
  3. Gastronomie (Ghandi, Yachtclub)

Das protektionistische Anliegen der Bewohner bezieht sich auf das Parken im Quartier. Das Interesse der Besucher aus anderen Stadtbereichen, fokussiert sich auf die Grünanlage mit Spielplatz, das Ufer mit der Liegewiese und den Schulgarten. Besucher der Sportstätten berücksichtige ich nicht, denn die Sportanlage hat eigene Parkplätze. Trotzdem ist bekannt, dass auch Besucher der Sportstätten im Quartier parken.

Folgende Lösungen halte ich für denkbar:

  1. Anlage eines weiteren Schwerbehindertenparkplatz An der Falkenwiese in Nähe des Schulgartens, um älteren Menschen den Zugang zu erleichtern
  2. Den Parkstreifen (Zeichen 315) vor dem Wakenitzufer für den Bereich, in dem Querparken angeordnet ist, neu beschildern in Parken mit Parkscheibe für 2 oder 3 h mit Zeitfester 9-18 Uhr. Außerhalb des Zeitfensters dort freies Parken, damit auch mal Besucher der Bewohner in der Nähe parken können.
  3. Bewohnerparkzone für die Straßen Morkerkestraße, An der Falkenwiese, Attendornstraße, Travelmannstraße, Percevalstraße, Reiherstieg und Pelzerstraße. Eventuell auch Falkenplatz.
  4. Im Nahbereich der Gastronomie könnte man das wasserseitige absolute Halteverbot am Wakenitzufer teilweise um ein freies Gehwegparken halb längs (Z.315) erweitern. Dort parken Gäste jetzt sowieso oft.

Seitens des Koordinierungsbüros Wirtschaft Lübeck (KWL) sollte den Dauerparkern auf den Parkplätzen in der Kanalstraße ein akzeptables Dauerparkangebot gemacht werden, um den Verdrängungsdruck zu mindern (z. B. für 30 €/Monat).


Ergänzung:

Ich habe am Dienstag Mittag einmal durchgezählt, wie viele Fahrzeuge auf dem Gehweg parken und wie viele freie Parkplätz zeitgleich innerhalb von 10 Gehminuten erreichbar sind.

Wochentagserhebung freier Parkraum    
Dienstag 12:15 bis 13:15 Uhr    
     
Straße freie Pp. bep. Gehweg
Falkenstraße (oberer Teil) 43  
Falkenstraße 12  
An der Falkenwiese 11 41
Attendornstraße 9 34
Travelmannstraße 5 28
Percevalstraße 1 44
Reiherstig 6  
Pelzerstraße 12  
Morkerkestraße 11 25
Falkenplatz 1  
Wakenitzufer 68  
     
Summen 179 172

Ergebnis

172 Fahrzeuge parkten auf dem Gehweg, 179 freie Parkplätze waren innerhalb von 10 Gehminuten erreichbar.

Über 73 % davon im direkten Nahbereich, das heißt innerhalb des Quartiers. Das bedeutet zugleich, dass die meisten dieser freien Parkplätze innerhalb deutlich weniger als 10 Gehminuten erreichbar gewesen wären.

Ich kann weder ein Problem mit "Fremdparkern" noch irgend ein anderes Parkplatzproblem für dieses Viertel erkennen, das nur den Ausweg zu lässt, dass Fahrzeuge auf den Gehwegen geparkt werden müssen.

Die einzigen Probleme die es dort gibt, resultieren aus verkehrswidrigem Parken.

Posted under: Autoverkehr, Falkenwiese, Stadtgeschehen Lübeck

Tagged as: , , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar