Was lernen wir aus Göbleki tepe?

Göbleki tepe an der Grenze der Türkei zu Syrien

Göbleki tepe, eine unbekannte Kultur, tausende Jahre älter als die Ägyptens, einer Zeit, zu der bei uns noch Steinzeit war. Und wie sieht unsere Zukunft aus?

Ich denke schon, dass es in 5.000 Jahren noch Menschen geben wird, aber unsere Hochkultur ist bis dahin vergessen. Falls es dann wieder eine Hochkultur gibt, wird sie unsere ausgraben müssen. Ich kann mich glücklich schätzen, in Europa in der Zeit des Überflusses zu leben und zugleich alt genug zu sein, den Niedergang hoffentlich nicht mehr mit zu erleben.

Wir beuten Afrika aus und sorgen dafür dass die Wirtschaftsflüchtigen, die aus gutem Recht auch an einen Teil des Wohlstands Anteil haben wollen, nicht in unser Land kommen. Etwas Feigenblattpolitik (Asylrecht) gibt unserer Arroganz einen etwas humanen Anstrich; wer politisch verfolgt wird, darf zu uns kommen, wer hungert oder im Dreck lebt, soll gefälligst weg bleiben.

Unser nahezu ungebremster Raubbau an der Natur (Abholzung von Urwäldern in Afrika, Südamerika und Schweden, sowie Verwüstung des Meeresbodens und Überfischung der Meere durch Schleppnetze, und, und, und) sowie das noch zunehmende (das Gegenteil ist dringend geboten!)  Setzen auf fossile Energien (Erdöl, Erdgas) und künftig noch hinzu kommende Förderung von Manganknollen in der Tiefsee, wird die globale Klimaänderung (global warming) noch voran treiben anstatt zu versuchen, sie zu stoppen. Die im sibirischen Permafrost befindlichen CO2-Lager werden durch die Klimaerwärmung obendrein noch freigesetzt. Eine Potenzierung des derzeit vorhandenen Problems ist damit eher zu erwarten, als seine Reduktkion.

Wie unsere Kultur konkret zugrunde geht, kann man nicht orakeln, aber dass wir auf eine derartige Katastrophe zu steuern, halte ich für unausweichlich denn alles spitzt sich darauf zu. Die Schritte dort hin, werden immer größer. Schon jetzt lebt nur eine Minderheit der Weltbevölkerung in Wohlstand (dazu gehören global gesehen auch Hartz IV-Empfänger, denn die Haben Zugang zu Trinkwasser, ein Dach über dem Kopf und müssen nicht hungern). Verteuerung von Lebensmitteln werden in den wirklich armen Ländern Tote fordern. Der Kampf um überlebensnotwendige Ressourcen wird härter. Das, was wir regional begrenzt den Arabischen Frühling nennen, wird nach Europa schwappen. Die ungleiche Verteilung der Ressourcen (Europa in Sauß und Braus, Afrika bettelarm) wird nach Ausgleich streben – zu Recht!

Wer heute älter als 40 Jahre ist, hat vielleicht noch das Glück, bis zum Lebensende in Wohlstand leben zu können. Der Klimawandel ist jetzt noch keine Klimakatastrophe. Man kennt zwar schon die Ursachen des Kollapses (siehe oben), aber die maßgeblich beteiligten Nationen und die EU reagieren zu zögerlich, um der Entwicklung etwas entgegen zu setzen. Die letzte Weltklimakonferenz (2013 in Warschau) hatte kein Ergebnis. Das ganze System setzt auf Wirtschaftswachsum (mehr Autos, mehr Umsatz, mehr Menschen). Vokabular wie 'global worming' und 'Nachhaltigkeit' sind zwar schon erfunden, sind aber nur Thema einer Minderheit. Sollte sich dies überhaupt mal ändern, wird es voraussichtlich zu spät für eine Abkehr sein (die Möglichkeit der Umkehr ist schon jetzt fraglich). Ich gehe davon aus, dass so lange es noch irgend wo in der Welt ein bisschen Wachstum gibt, an das wohlstandbringende Prinzip des ewigen Wirtschaftswachstums geglaubt wird, obwohl diese Vision schon in den 1970er Jahren vom Club of Rome bezweifelt wurde (Die Grenzen des Wachstums 1972). Es muss wirklich alles den Bach runter gehen, bis begriffen wird, dass es in die Sättigung gelaufen ist.
Hoffentlich erlebe ich das nicht mehr. Hungersnöte (zuerst in den ausgebeuteten Ländern, später in den Wohlstands- und Schwellenländern), Aufstände und Kriege um die schwindenden Ressourcen und zwangsläufiges territoriales Zusammenrücken aufgrund des Anstiegs des Meeresspiegels.