Falkenwiese, wieviel Parkraum? – Korrigierte Zahlen!

Ab 18 Uhr Mo-Fr freies Parken, ebenso Sa & So

In der Falkenstraße vor der alten Stadtschule darf Mo-Fr ab 18 Uhr, sowie Samstags und Sonntags ganztägig geparkt werden

Wie viele Parkplätz gibt es eigentlich im Quartier Falkenstraße? Wovon reden wir?

Bei meinem ersten Artikel zu dem Thema hatte ich vergessen, das Wakenitzufer mit zu zählen. Das ist wohl das Los, wenn ein neues Blogg noch weitgehend unbekannt ist und keine Fans hat, die auf solche Fehler aufmerksam machen. Ebenso liegen die mit gezählten vermeintlich im eingeschränkten Halteverbot (Zeichen 286) liegenden Parkplätze im Bleichenweg in Wirklichkeit außerhalb des Zeichen 286 – ich hatte das End-Schild übersehen. Dadurch ergibt sich ein noch rosigeres Bild für die Bewohner des Viertels. Die im Rahmen der ersten Erhebung ermittelten Parklätze müssen in nicht unerheblichem Maße nach oben korrigiert werden. Man kann davon aus gehen, dass über 1120 echte Parkplätze vorhanden sind. Weitere 167 Parkplätze stehen im erweiterten Umfeld zur Verfügung (auf Moltkebrücke und Kanalstraße Parkplatz 2).

Immer wieder kursieren Zahlen von 750 oder 800 Parkplätzen, von denen die Hälfte weg fallen würde. Der Bausenator Boden, der es eigentlich besser wissen müsste, sprach auf der Bewohnerversammlung der SPD am 14.1. von 408 vorhandenen Parkplätzen. Das wüsste ich gern, wie diese Zahl zustande kommt.

Für eine sachliche Diskussion sollte man korrekte Zahlen parat haben. Darum habe ich durchgezählt, um den real verfügbaren Parkraum zu ermitteln. Berücksichtig habe ich den Bereich zwischen den Straßen An der Falkenwiese bis zur Moltkestraße (hier nur den Parkraum auf der Fahrbahnseite dieses Viertels), sowie die komplette Falkenstraße.

Folgendermaßen habe ich gezählt: Ich habe die real parkenden Autos gezählt. Egal ob Smart oder Wohnmobil mit Anhänger. Leere Parknieschen habe ich ebenso mit gezählt wie Einfahrten, vor denen geparkt wurde. Nicht berücksichtigt habe ich freigehaltene Einfahrten und private Parkplätze auf Grundstücken und Garagenhöfe oder Tiefgaragen. Illegale Parkplätze (Kreuzungsbereich, absolutes Halteverbot, Feuerwehrzufahrt, eingeschränktes Halteverbot) wurden nicht als Parkplätze erfasst. Separat gezählt habe ich Schwerbehindertenparkplätze und gemäß StVO illegale Parkplätze auf dem Gehweg, weil diese hier ja Gegenstand der Diskussion sind.

Ergebnisse

Die Summe der Gehweg-"Parkplätze" beträgt nach meiner Zählung 280 von insgesamt 1402 erfassten Flächen; das ergibt 20 % und nicht 50%. Der drohende "Parkplatz"-Verlust ist damit deutlich geringer als halb so hoch, wie diskutiert wird. Eine Dunkelziffer an Stellplätzen auf Privatgrundstücken inklusive Tiefgaragen und Garagenhöfen schafft nicht zu beziffernde zusätzliche Entlastung.

Straßenname R GW AG 19 h Gesamt
An der Falkenwiese 52 51 1   104
Attendornstraße 51 49 1   101
Travelmannstraße 49 51     100
Percevalstraße 55 51     106
Reiherstieg 52 42     94
Morkerkestraße 44 36     80
Pelzerstr 44       44
Falkenstraße 30     95 125
Obere Falkenstraße bis Avia 102     37 139
Falkenplatz 30       30
Blanckstraße 59       59
Dorotheenstraße 42       42
Bleichenweg 40       40
Wakenitzufer 277       277
Moltkestraße (zum Viertel hin) 54   1   55
Hüxtertorallee 6       6
           
Summen 987 280 3 132 1402
Legale Parkplätze 987   3 132 1122

Legende: R=reguläre Parkplätze, GW=benutzte Gehwege, AG=Schwerbehindertenparkplätze, 19 h=in der Falkenstraße Werktags ab 19 Uhr und Sonntags ganztägig nutzbare Parkplätze einschließlich der Parkplätze vor der alten Stadtschule, wo schon ab 18 Uhr geparkt und neben Sonntags auch Samstags ganztägig geparkt werden darf.

Es sei nochmal explizit darauf hingewiesen, dass es in dem Viertel auch Tiefgaragen, Garagenhöfe und private Stellplätze auf privaten Grundstücken gibt, die in diese Zählung nicht eingeflossen, aber natürlich einigen Bewohnern zur Verfügung stehen. Die absolute Zahl vorhandenen Parkraums liegt also definitiv über den von mir ermittelten Zahlen.

Im erweiterten Umfeld des Viertels stehen auf der Moltkebrücke 17 weitere Parkplätze und in der Kanalstraße auf Parkplatz 2, der nur in der Vorweihnachtszeit ausgelastet ist, sogar 150 weitere Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Vom Parkplatz 2 der Kanalstraße sind es 5 Minuten bei gemäßigtem Gang bis in die Attendornstraße Ecke Morkerkestraße. So sehr schlecht steht das Viertel also gar nicht da! Die Parkmöglichkeiten im Nahbereich des Viertel haben genügend Kapazität, den Wegfall von Gehweg-"Parkplätzen" vollständig aufzufangen.

Viel mehr noch, die nun weg fallenden Gehweg-"Parkplätze" würden zugleich die dort existierenden eingeschränkten Halteverbote frei machen und es jedem Bewohner ermöglichen, größere Einkäufe in unmittelbarer Nähe seiner Wohnung auszuladen und anschließend das Fahrzeug in der Nähe regelkonform zu parken. Vom Einhalten der Verkehrsregeln würden schlussendlich alle profitieren; selbst die Autofahrer.

Fallstudie: Parken nur auf einer Seite

Fotomontage: Parken nur auf einer Seite

Fotomontage: Parken nur auf einer Seite. Der Gehweg auf Seite des eingeschränkten Halteverbotes ist frei. (Bildquelle: google)

Wie änderten sich die Verhältnisse, wenn nur auf einer Seite geparkt würde?

An der Parksituation schon mal nichts wesentliches, da der diskutierte besondere Parkdruck gar nicht existiert, wie ich zeigen konnte (siehe Artikel:Fallstudien Bewohnerparkrecht und Falkenwiese, wie viel Parkraum?). Genügend Parkplätze sind also vorhanden und maximal 10 Gehminuten entfernt. Abends, wenn der Parkdruck zu nimmt (die Leute kommen von der Arbeit) darf ab 19 Uhr in nahezu der gesamten Falkenstraße geparkt werden. Ebenso stehen ab 18 Uhr kostenlose Parkplätze auf dem Parkplatz 2 in der Kanalstraße zur Verfügung (5 Gehminuten entfernt). Es stehen also zusätzliche Ressourcen zur Verfügung.

Welche Effekte hätte diese Regelung noch?

Stau: Der Menübringdienst macht die Straße dicht

Stau: Der Menübringdienst macht die Straße dicht. Zum Glück muss nicht der Rettungswagen durch.

Jegliche Form von Lieferverkehr von Paketdiensten über den Bofrostlieferanten, Pizzalieferer oder Menübringdienst, alle könnten kurz im eingeschränkten Halteverbot halten und ihre Ware ausliefern. Ohne die Straße dicht zu machen. Die Feuerwehr hätte genügend Raum für ein möglicherweise notwendiges Einsatzgeschehen. Ebenso könnte die Müllabfuhr ihren Zeitplan einhalten (Artikel: Kurzmeldung Attendornstraße).

Bewohner, die ihren Wochenendeinkauf gemacht haben, können nahe ihrer Wohnung alles in Ruhe im eingeschränkten Halteverbot ausladen, alles ins Haus bringen und anschließend das Fahrzeug an einem geeigneten Parkplatz parken.

Fahrräder am Zaun

Keine verengten Gehwege mehr.

Am Zaun angeschlossene Fahrräder oder aufgehängte Gelbe Säcke würden den Gehweg nicht mehr nennenswert verengen. Begegnungsverkehr von Fußgängern wäre künftig wieder möglich.

Insgesamt würde das Stadtbild aufgewertet, weil die Autos nicht mehr so massiv das dominierende Element auf der Straße wären. Von der geänderten Situation würden alle Bewohner profitieren. Ausdrücklich auch die Autofahrer.

Man könnte das Viertel mit seinen wundervollen Gründerzeithäusern wieder unbeschwert genießen. Ebenso die schöne Aussicht über die Wakenitz.

Unbeschwerter Wakenitzblick

Die Wakenitz im Januar 2014 in Blickrichtung Roeckstraße

Fallstudie: Bewohnerparkrecht an der Falkenwiese

Es ist bekannt, dass das Quartier Falkenstraße (Falkenwiese) regelmäßig legal von Dritten genutzt wird (z. B. solchen, die in der Altstadt arbeiten). Wahrscheinlich um die Gebühren für die Parkplatzbenutzung an der Kanalstraße zu sparen. Wie ausgeprägt dieses Phänomen ist, entzieht sich meiner Recherche. Gehen wir mal davon aus, das sei ein signifikantes Ausmaß. Wie könnte man ein Bewohnerparkrecht umsetzen, ohne die funktionellen Aufgaben des Gebietes zu beeinträchtigen?

Welche funktionellen Aufgaben hat das Gebiet?

  1. Wohnquartier
  2. Naherholungsgebiet (Wakenitzufer, Schulgarten, Zugang zum Wanderweg)
  3. Gastronomie (Ghandi, Yachtclub)

Das protektionistische Anliegen der Bewohner bezieht sich auf das Parken im Quartier. Das Interesse der Besucher aus anderen Stadtbereichen, fokussiert sich auf die Grünanlage mit Spielplatz, das Ufer mit der Liegewiese und den Schulgarten. Besucher der Sportstätten berücksichtige ich nicht, denn die Sportanlage hat eigene Parkplätze. Trotzdem ist bekannt, dass auch Besucher der Sportstätten im Quartier parken.

Folgende Lösungen halte ich für denkbar:

  1. Anlage eines weiteren Schwerbehindertenparkplatz An der Falkenwiese in Nähe des Schulgartens, um älteren Menschen den Zugang zu erleichtern
  2. Den Parkstreifen (Zeichen 315) vor dem Wakenitzufer für den Bereich, in dem Querparken angeordnet ist, neu beschildern in Parken mit Parkscheibe für 2 oder 3 h mit Zeitfester 9-18 Uhr. Außerhalb des Zeitfensters dort freies Parken, damit auch mal Besucher der Bewohner in der Nähe parken können.
  3. Bewohnerparkzone für die Straßen Morkerkestraße, An der Falkenwiese, Attendornstraße, Travelmannstraße, Percevalstraße, Reiherstieg und Pelzerstraße. Eventuell auch Falkenplatz.
  4. Im Nahbereich der Gastronomie könnte man das wasserseitige absolute Halteverbot am Wakenitzufer teilweise um ein freies Gehwegparken halb längs (Z.315) erweitern. Dort parken Gäste jetzt sowieso oft.

Seitens des Koordinierungsbüros Wirtschaft Lübeck (KWL) sollte den Dauerparkern auf den Parkplätzen in der Kanalstraße ein akzeptables Dauerparkangebot gemacht werden, um den Verdrängungsdruck zu mindern (z. B. für 30 €/Monat).


Ergänzung:

Ich habe am Dienstag Mittag einmal durchgezählt, wie viele Fahrzeuge auf dem Gehweg parken und wie viele freie Parkplätz zeitgleich innerhalb von 10 Gehminuten erreichbar sind.

Wochentagserhebung freier Parkraum    
Dienstag 12:15 bis 13:15 Uhr    
     
Straße freie Pp. bep. Gehweg
Falkenstraße (oberer Teil) 43  
Falkenstraße 12  
An der Falkenwiese 11 41
Attendornstraße 9 34
Travelmannstraße 5 28
Percevalstraße 1 44
Reiherstig 6  
Pelzerstraße 12  
Morkerkestraße 11 25
Falkenplatz 1  
Wakenitzufer 68  
     
Summen 179 172

Ergebnis

172 Fahrzeuge parkten auf dem Gehweg, 179 freie Parkplätze waren innerhalb von 10 Gehminuten erreichbar.

Über 73 % davon im direkten Nahbereich, das heißt innerhalb des Quartiers. Das bedeutet zugleich, dass die meisten dieser freien Parkplätze innerhalb deutlich weniger als 10 Gehminuten erreichbar gewesen wären.

Ich kann weder ein Problem mit "Fremdparkern" noch irgend ein anderes Parkplatzproblem für dieses Viertel erkennen, das nur den Ausweg zu lässt, dass Fahrzeuge auf den Gehwegen geparkt werden müssen.

Die einzigen Probleme die es dort gibt, resultieren aus verkehrswidrigem Parken.

Selbstregulation des Parkens auf der Falkenwiese

Parken im Halteverbot: Falkenstraße

Das absolute Halteverbot in der Falkenstraße ist am Samstag nahezu voll geparkt

In den Kommentaren der Seiten der Bürgerinitiative www.parken-falkenwiese.de melden sich Bürger zu Wort, welche hervorheben dass sich das Parken im Quartier Falkenstraße (Falkenwiese) über die Jahre sehr gut selbst reguliere. Ob das stimmt, möchte ich anhand eines Schnappschusses meiner Begehung am Samstag, dem 11.01.2014 zur Diskussion stellen.

Simon Cray schrieb am 9.1. (Link):

„Es kann nicht sein das etwas was über Jahre hinweg funktioniert hat auf einmal ohne die Schaffung von echten Alternativen abgeschafft wird. Sicherlich muß den Bedürfnissen aller Verkehrsteilnehmer Rechnung getragen werden, nichts desto trotz bin ich der Meinung das in den allermeisten Fällen mehr als ausreichend Platz für Gehwagen und Kinderwagen vorhanden ist, auch bei beidseitiger Beparkung der Gehsteige.“

und Wolfgang Weidt am 10.1. (Link):

„Ich bin immer wieder überrascht, wie trotz prekärer Parkverhältnisse, die Bürger auch ohne Gängelei einer Behörde, sich intuitiv erstaunlich gut organisieren. Es sind mir keine Fälle bekannt, wo es zu echt unüberwindbaren Problemen gekommen wäre.“

Mein Befund

Ungezählte Fahrzeuge im absoluten Halteverbot vor allem in der Falkenstraße, wo von Montags bis einschließlich Samstags (also werktags) zwischen 15 und 19 Uhr ein absolutes Halteverbot gilt. Weitere Halteverbotsmissachtungen auf der gegenüber liegenden Straßenseite (absolutes Halteverbot werktags 7-19 h) und im Viertel selbst (Falkenplatz, Pelzerstraße und Wakenitzufer).

Fahrzeug im absoluten Halteverbot am Falkenplatz

Ein Fahrzeug im absoluten Halteverbot am Falkenplatz. Auch dieses Fahrzeug steht teilweise auf dem Gehweg.

Drei Fahrzeuge in 5m-Bereichen an Kreuzungen und Einmündungen (Morkerkestraße, Travelmannstraße und Wakenitzufer), ein Fahrzeug vor einer Feuerwehrzufahrt.

Fahrzeug im 5m-Bereich in der Morkerkestraße

Fahrzeug im 5m-Bereich in der Morkerkestraße. Bei einer Verkehrskontrolle würde es abgeschleppt.

Parken vor Feuerwehrzufahrt

Ein Fahrzeug halb vor einer Feuerwehrzufahrt am Falkenplatz

Eingeengte Gehwege durch auf dem Gehweg parkende Fahrzeuge. Teilweise zusätzlich verengt durch abgestellte Fahrräder (diese würden kaum stören, wenn die Autos nicht auf den Gehwegen stünden). Einige Fälle werden als Beispiele nachfolgend fotografisch  illustriert.

Gehwegeinengung

Der auf 66 cm eingeengter Gehweg am Wakenitzufer ist definitiv zu schmal für Menschen mit Rollator oder Rollstuhl

Wenn der Postzusteller kommt, ist der Gehweg dicht

Wenn der Postzusteller kommt, ist der Gehweg dicht (Travelmannstraße)

Einengungen an Fahrrädern

Weitere Einengungen an Fahrrädern

Resümierend kann ich den Eindruck, dass die Selbstregulierung gut funktioniere, nicht bestätigen. Simon Cray schrieb: „ … nichts desto trotz bin ich der Meinung das in den allermeisten Fällen mehr als ausreichend Platz für Gehwagen und Kinderwagen vorhanden  ist“ und macht die Belange von Fußgängern damit zu einem statistischen Problem, wie auch Jörn Schweder am 9.1. (Link): „Außerdem sind auf der Ecke so wenig Menschen zu Fuß unterwegs, das sieht jeder der mal 10 Minuten aus dem Fenster geschaut hat“. Die Frage, ob Menschen mit Gehhilfen behindert werden könnten, darf in meinen Augen nicht davon abhängig gemacht werden, ob der Fall voraussichtlich häufig auftreten wird, sondern ob es überhaupt eintreten kann.

Aber dies ist eine Augenblicksanalyse an einem stinknormalen Samstag im Januar bei teilweise schlechtem Wetter (Regen). An anderen Tagen kann es anders kommen. Wie sieht es aus, wenn Schnee liegt? Oder wenn es im Sommer viele Besucher an die Wakenitz und in den Schulgarten zieht?

Alternative Carsharing

Carsharing mit Stattauto

Für wen lohnt eigentlich Carsharing?

Antworten findet man auf der Webseite von stattauto-hl.de:

  • für alle Menschen, die nicht täglich ein Auto benötigen und im Durchschnitt weniger als 10.000 Kilometer pro Jahr zurücklegen
  • für Leute, die sich nicht gerne um den ganzen „Ballast“ kümmern, der mit einem privaten Auto verbunden ist (TÜV, Wartung, Reparaturen, Pflege, Versicherung, An-/Ummeldung, …)
  • in Wohngebieten mit hohem Parkdruck und bei Nerven raubender Parkplatzsuche (StattAuto hat reservierte Stellplätze)
  • für Umweltbewusste als Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, als Ergänzung zu öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrrad im Innenstadtbereich
  • als Zweitwagen für Familien
  • für kleine und mittlere Firmen, die Ihren Fuhrpark ausgliedern oder entlasten möchten bzw. deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mehr ihren privaten Pkw für Dienstfahrten nutzen müssen

Damit ist klar, dass dies keine Alternative für Pendler ist. Wenn man aber durch das Gebiet Falkenwiese streift, entdeckt man noch Tage nach der letzten Verteilaktion der mittlerweile bekannten "Glück gehabt!"-Hinweise der Stadtverwaltung, Fahrzeuge mit einem solchen Zettelchen.

Langzeitparker

Ein gewisser Prozentsatz an Fahrzeugen wird nicht dauernd bewegt

Wer sein Fahrzeug nur sporadisch nutzt, sollte in der Tat darüber nachdenken, ob Carsharing für ihn nicht eine Alternative darstellen könnte. Die Genossenschaft Stattauto bietet auch einen Schnuppertarif an. Man muss sich nicht sofort für einen radikalen Schnitt entscheiden.

Nicht zuletzt die Mitverantwortung eines jeden Parkers für die prekäre Parklatzsituation sollte zugleich auch an das eigene Verantwortungsbewusstsein appellieren, einvernehmlichere Lösungen anzustreben, die auch Nichtautofahrern zugute kommen.

www.parken-falkenwiese.de

Der Bewohner der Attendornstraße, Wulfila Kangastie, hat mit dem Start einer Unterschriftenkampagne nebst Website einen ersten medienwirksamen Versuch gestartet, eine Lösung im Miteinander zu suchen. Es werden keine Radikalforderungen erhoben, sondern ganz pragmatische umsetzbare Lösungen gesucht. Auch unter der Berücksichtigung der Interessen von Fußgängern.

In einer Fotomontage versucht er aufzuzeigen, wie eine Lösung aussehen könnte.

Link: www.parken-falkenwiese.de

Ideenbörse zur Lösung der Parkprobleme im Quartier Falkenstraße

Attendornstraße im Quartier Falkenstraße

Der Gehweg in der Attendornstraße ist relativ breit.

Ich hatte gestern die Gelegenheit mit verschiedenen Bewohnern des Quartiers zu sprechen. Dabei kamen verschiedene Vorschläge ins Gespräch, die man nicht alle ernst nehmen kann; die meisten schienen mir aber eine Diskussion wert.

Bewohnerparkrecht

Die Frage der Einrichtung eines Bewohnerparkrechtes wurde für dieses Viertel schon vor ein paar Jahren mal diskutiert. Es gibt Anwohner, welche darin eine Lösung sehen, weil viele Nichtbewohner dort parken, um die geringe Parkgebühr der öffentlichen Parkplätze (Kanalstraße) zu vermeiden. Darunter viele, die in der Altstadt arbeiten. Eine Frau berichtete mir, sie hätte damals eine Unterschriftenaktion gegen das Bewohnerparkrecht initiiert, weil sie der Auffassung war, dass ihr einerseits für die damit fällige Gebühr von 30 €/Jahr kein Parkplatz garantiert werden könne und andererseits in dem Viertel sowieso nur die dortigen Bewohner parken (dies halte ich für eine Fehleinschätzung).

Siehe auch: Fallstudie: Bewohnerparkrecht an der Falkenwiese.

Vorschreiben von Parken auf dem Bordstein

Das wäre die schnellste Billiglösung, aber es ist tendenziell sicher eher keine realistische Option, da das Beparken der Bordsteine ja gerade ein Problem darstellt. Allerdings im Quartier Falkenstraße wohl eher nur punktuell. Dort, wo die Gehwegbreite es zu lässt, könnte man es zumindest vorschlagen. Und wenn nur erstmal vorübergehen, bis die Umgestaltung des Viertels realisiert werden kann (das ist der nächste Vorschlag).

Umsetzung des "Verkehrskonzepts Wohnquartier Falkenstraße"

Bereits im November 2010 wurde im Bauausschuss der Hansestadt Lübeck darüber beraten, die Gehwege in dem Viertel auf 150 cm zu verschmälern und damit die Fahrbahn um einen Meter zu verbreitern. Dies würde das beidseitige Parken am Fahrbahnrand ohne Inanspruchnahme des Gehweges ermöglichen. Ich weiß nicht, ob es vorgesehen ist, dieses Konzept umzusetzen. Man kann das Protokoll als PDF herunter laden: Verkehrstkonzept Wohnquartier Falkenstraße (ab Seite 10).

Entfernung des bunten Klettergerüstes an der Falkenstraße zugunsten eines Parkplatzes

Eine ältere Frau argumentierte, an der Falkenwiese sei ja schon ein großer Spielplatz. Dieser Vorschlag brachte mich ob seiner Dreistigkeit zum Lachen. Das kann man wirklich nicht ernst nehmen.

Rückbau der Falkenstraße zwecks Parkraumgewinnung

Von diesem Vorschlag habe ich in den Lübecker Nachrichten (LN) gelesen. Da dies eine der Hauptstraßen Lübecks um die Altstadt herum ist, halte ich diesen Vorschlag für unrealistisch. Zur Rushhour werden die vier Spuren benötigt, um das Verkehrsaufkommen aufzunehmen. Die dort eingerichteten Halteverbote gelten daher nur in einem Zeitfenster bis 19 Uhr. Danach darf dort geparkt werden.

Volksvertreter für Falschparker

Zugeparkte Gewege, hier Yorckstraße

Zugeparkter Gehweg in der Yorckstraße. Kein Platz für Gehwagen und Kinderwagen.

Wie die Lübecker Nachrichten (LN) am 06.01.2014 berichteten, sprechen sich die Politiker des bürgerlichen Lagers unisono für das Falschparken aus. So wird der Vorsitzende des Bauausschusses Christopher Lötsch (CDU) mit den Worten: „Das ist ein Großangriff auf die Autofahrer“ zitiert. Vertreter von FDP, BfL und SPD äußerten sich ähnlich. Aber auch Oliver Dedow (Piraten) zitiert die LN mit den Worten: „Die Stadt ist sehr zurückhaltend mit der Schaffung neuer Stellplätze.“ Dazu möchte ich anmerken, dass in der Kanalstraße kürzlich ein neuer Parkplatz fertiggestellt wurde.

Eine vielleicht nicht repräsentative Online-Umfrage der LN zeigt eine sehr deutliche Mehrheit an Meinung für die Ahndung von Gehwegparken. Die Frage: „Soll Lübeck härter gegen "kreatives" Parken vorgehen?“ beantworteten 62 % der Teilnehmer positiv (Stand: 07.01.2014 12:20 Uhr, 722 Stimmen). Das gibt zumindest Anlass für die Vermutung, dass sich die Volksvertreter des bürgerlichen Lagers nicht recht darüber die Nöte der Bürger im Klaren sind.

Weniger Parkmöglichkeiten für die Bewohner Lübecks

Parken auf dem Gehweg in der Morkerkestraße (St. Jürgen)

Vielfach zugeparkte Gehwege in St. Jürgen und anderen Stadtteilen. Hier Morkerkestraße.

Seit Anfang 2014 wird die Stadt Lübeck das Parken auf dem Gehweg nicht mehr tolerieren

Zu dem Thema erschienen bereits einige Artikel in den Lübecker Nachrichten (LN). Im Internet-Portal hl-live.de gehen die Meinungen darüber auseinander.

Hintergrund sind einerseits massive Probleme von Feuerwehr und Müllabfuhr in eng beparkten Straßen und andererseits zunehmende Beschwerden von Bürgern über zugeparkte Gehwege. Im Verkehrsausschuss der Stadt Lübeck wurde daher beschlossen, Gehwegparken nicht länger zu tolerieren.

Jahre lang hat die Stadt das Beparken von Gehwegen toleriert, während die Polizei immer mal wieder das Parken auf dem Gehweg ahndete. Im Gegensatz zu dem Bericht in den LN vom 4.1.2014 kostet dies nicht 15 € Bußgeld, sondern 20 € Verwarngeld. Ein Bußgeld wird erst erlassen, wenn der Betroffene sein Verwarngeld nicht zahlt. Der Bußgeldbescheid ist nicht kostenlos, sondern da kommen zum Verwarngeld noch weitere 20 € Gebühr und Porto hinzu; das macht summa summarum ca. 43 €.

Wie geht man mit dieser Entwicklung konstruktiv um? Schließlich wird das Gehwegparken nicht plötzlich verboten, sondern ist schon immer verboten gewesen. Die Entwicklung auf dem Automarkt geht – für mich unverständlicherweise – in Richtung immer größerer Fahrzeuge mit immer größeren Motoren. Die Stadt kann sich dieser Entwicklung nicht anpassen. Auch ein Zweitauto ist heute vielfach nichts extravagantes mehr. Ein weiteres Problem ist der demographische Wandel; es gibt immer mehr Menschen, die einen Gehwagen vor sich hin schieben oder auf anderweitige Gehhilfen angewiesen sind. Da kommt es auf zugeparkten Gehwegen immer mehr zu Problemen.

Einen geeigneten Parkplatz zu suchen, liegt grundsätzlich in der Verantwortung des Autofahrers. Der imperative Anspruch einiger Autofahrer, die Stadt müsse nun weiteren Parkraum schaffen, geht fehl. Die Stadt hat vielmehr dafür zu sorgen, dass die Belange der schwächeren Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, besonders älterer) nicht weiter beeinträchtigt werden. Ebenso hat sie dafür zu sorgen, dass die Verkehrswege für Feuerwehr und Müllabfuhr problemlos durchlässig sind.

In der Altstadt wird das Parken auf dem Gehweg schon seit Jahren unterbunden. Ohne dass es zum Parkinfarkt kommt.

Parken in der Altstadt, hier Hundestraße

Parken in der Altstadt klappt auch ohne zugeparkte Gehwege (Hundestraße)

Es wird nicht möglich sein, kurzfristig neue Parkmöglichkeiten anzubieten. Die Eskalation der Parkverhälnisse in Lübeck geht aber eindeutig aufs Konto der Fahrzeuginhaber. Wer sein Auto nicht täglich benötigt, sollte darüber nachdenken, ob Carsharing für ihn eine Option sein könnte. Hier in Lübeck gibt es die Genossenschaft Stattauto, welche nicht nur in der Alstadt Autostationen unterhält, sondern zunehmend auch in Außengebieten (z. B. Falkenstraße, Hüxtertorallee u.s.w.).

Beim Carsharing hat man keine Parkplatzprobleme, hat immer ein technisch einwandfreies Fahrzeug, braucht sich nie mehr um Bereifung, Werkstattkosten, Steuern und Versichtung fürs Auto sorgen. Ich kann das persönlich bestätigen, denn ich habe mein Auto vor Jahren abgeschafft und bin zu Stattauto gewechselt. Seit her habe ich nicht nur ein "Sorgenkind" weniger, sondern auch viel mehr Geld für anderes.

Ich hoffe sehr, dass nun Veränderungsprozesse in Gang kommen, welche vernünftige Lösungen nach sich ziehen. Vor allem zukunftsweisende Verkehrskonzepte und bessere Lösungen für den Individualverkehr (z. B. das Lübecker Pendler-Portal). Der ungebremste Zuwachs an Autos und die gut meinende Tolerierung verkehrswidrigen Parkens über Jahre hat einen Zustand herbeigeführt, welcher heute nicht mehr tragbar ist, weil die Rechte dritter damit verletzt werden.

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Alternative Parkkonzepte