Wann ist Deutschland mit dem Corona-Virus durch?

Kurz gesagt, ich weiß es nicht. Aber ich kann mir vorstellen, wie man es im Prinzip ausrechnen können müsste.

Ich gehe von folgenden angenommenen Zahlen aus: 5 % der Infizierten müssen in eine Klinik, es gibt deutschlandweit 50.000 Klinikplätze und eine Erkrankung wird durchnittlich in 15 Tagen auskuriert. Unter diesen Bedingungen dürfen maximal 1.000.000 Menschen in DE zeitgleich erkranken – den Dreisatz, dies auszurechnen, zeige ich hier jetzt nicht.

5 % entspicht 50.000 Patienten (Betten), 1 % entspricht 10.000 Patienten, 100 % entspricht 1.000.000 Patienten.

In einem Jahr (365 Tage) dürfen damit 365/15 = 24 * 1.000.000 Patienten an Covid-19 erkranken. Die Virologen sagen, ab einer Durchseuchung von 60–70 % kann man mit dem Virus leben. 70 % der Deutschen Bevölkerung (83.000.000) ergibt 58.100.000 Menschen.

Die letzte Rechnung: 58.100.00 Patienten /24.00.00 Patienten pro Jahr = 2,4 Jahre. Dies wäre die Zeitspanne, innerhalb derer frühestens mit einer 70 %igen Durchseuchung der Bevölkerung zu rechnen ist.

Es wäre mal interessant, diese Rechnung mit realen Zahlen nachzurechnen. Die habe ich aber derzeit nicht.

Mit Spannung erwarten wir deshalb auf die Ergebnisse der Bayerischen Studie zur Ermittlung der Dunkelziffer. Diese erlaubt nämlich eine Einschätzung, wie viele Patienten tatsächlich in eine Klinik müssen. Die Sterberate spielt in dieser Rechnung keine Rolle.

Was diese Rechnung implizit zeigt, ist, dass wir zu einem anderen Umgang mit der Pandemie kommen müssen. Von Lockerung möchte ich nicht sprechen, aber Geschäftsleben muss zugelassen werden und dafür müssen Rahmenbedingungen erarbeitet werden.

Die Ansage: „Wir machen mal ein paar Wochen alles zu“ und sind dann hoffentlich über ‚m Berg, ist töricht.

Nachtrag: DE verfügt über 29 Intensivbetten/100.000 Einwohner (Quelle: Laura Höfinger & Katrin Kuntz in Der Spiegel, 29.3.20). Das ergibt bei 83.000.00 Einwohnern insgesamt 830*29=24.070 Intensivbetten. Wenn man davon ausgeht, dass vielleicht nicht jeder hospitierte Corona-Patient ein Intensivbett benötigt, sondern nur 1/4 der Patienten und dafür ausreichend Betten verfügbar sind (es gibt ja auch noch andere Patienten). Dann können wir von 100.000 verfürbaren Betten ausgehen und obige Rechnung wiederholen (danach benötigt 1/4 der Corna-Patienten ein Intensivbett – ob diese Annahme zutrifft, weiß ich natürlich nicht).