Big Brother – jetzt gratis aushorchen lassen

Da mein Lieblings-PDF-Reader, Foxit, bei PDFs von E-Mailangängen dauernd abstürzte und auch ein Update keine Besserung brachte, habe ich kürzlich wieder den Adobe PDF-Reader installiert. Ungefragt wurde gleich wieder ein Mac Affee-Virenscanner und ein Programm von Intel Namens „True key“ installiert.

Nun habe ich mal nachgeschaut, was das eigentlich ist. Ganz toll! Nie wieder Passworte merken müssen! Das Programm ist kostenlos, Du meldest Dich künftig mit Deinem Gesicht, Deinem Fingerabdruck an! Das System lernt all Deine biometrischen Merkmale und vieles mehr, sowie alle Deine Geräte kennen! Das muss einen bei einer kostenlosen App doch stutzig machen. Wenn man bedenkt, dass die USA die Bilder der Hälfte ihrer Bürger ungefragt in eine Gesichtserkennungsdatenbank eingespeist hat (Heise News 20.10.2016), erscheint die Erfassung diverser biometrischer Merkmalen von Bürgern der ganzen Welt nur noch als logische Konsequenz. Wenn diese Daten vielleicht nicht unmittelbar an die NSA weiter gegeben werden, so kann man doch zumindest damit Geld verdienen oder diese zur Terrorabwehr beschlagnahmen lassen. Gretchenfrage: Wie viele Terroristen werden diese Software nutzen?

Immer wieder die selbe Lehre: Wer US-Firmen sein persönlichen Daten anvertraut, ist selber schuld. Oder ins gewissen zu reden: Passwörter sollen es gerade ermöglichen, seine Daten zu schützen. Wer darauf verzichtet, gibt diese Schutzmöglichkeit auf.

Android-Apps ohne Android starten

Mit Android und Apple ist es bei den Smartphones wie mit Windows auf dem Desktop. Unter alternativen Betriebssystemen läuft ein Haufen gekaufter Software nicht. Für mich ist es sehr ärgerlich, dass die Steuerungssoftware zu meinem wasserdichten Fotoapparat von Olympus nur für Apple und Android erhältlich ist. Für mein Windowsphone gibt es lediglich eine App mit minimalem Funktionsumfang, was sehr unbefriedigend ist.
 

Vor einiger Zeit habe ich mal Firefox OS als alternatives Smartphone-Betriebssystem ausprobiert. Ein Smartphone, das nicht viel Freude bereitet. Nachteilig für solche Projekte ist in meinen Augen, dass solche Produkte bis dato nie für richtig gute Smartphones angeboten werden. Mit Glück für mittelprächtige Hardware (z. B. Auqaris 4.5 Ubuntu-Edition), meist aber nur für sehr einfache Geräte (z. B. Alcatel One Touch mit Firefox OS).

Mit Blick auf die Zusammenarbeit mit der NSA ist es durchaus problematisch, dass nahezu alle Hersteller von Smartphone-Betriebssystemen (das sind praktisch nur Apple und Google) in den USA ansässig sind. Darum setzt Russland nun verstärkt auf Jolly, um von US-amerikanischen Firmen unabhängig zu sein. Dies lässt hoffen, dass mittel- und langfristig auch höherwertige Smartphone-Modelle von Jolly auf den Markt kommen, denn der russische Markt ist zumindest eine Hausmarke. In Europa wird Jolly mittlerweile auch angeboten und soll nach Herstellerangaben auch Android-Apps ausführen können. Dies macht Jolly als Aternativ-Betriebssystem besonders interessant. Der Google Appstore ist daher darauf auch integriert.

Das Betriebssystem auf Jolly ist Sailsfish OS, ein auf Fedora basierendes quelloffenes Linux. Jolly wurde von ehemaligen Nokia-Mitarbeitern, welche anlässlich des Verkaufs der Handy-Sparte an Microsoft entlassen wurden, gegründet; näheres ist bei Wikipedia nachzulesen.

Weitere Quellen:

Linux-Magazin: Jolla verkauft sein Linux-Smartphone in Europa

Jolla: Produktseite